Archiv der Kategorie Trainertipps – Bunte Mischung

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Creatin – Der Massebooster?

Creatin gilt im Bodybuildingbereich als empfehlenswertes Nahrungsergänzungsmittel. Zur besseren Übersicht haben wir hier die wichtigsten Ergebnisse einer Forumsdiskussion für dich auf lockere Art und Weise zusammengestellt. Wir freuen uns natürlich über weitere Beiträge und Ergänzungen.

Micha: Was macht Creatin für Bodybuilder eigentlich so interessant?

Mike: Nun, Creatin erhöht die Kraft, weil mehr Creatinphosphat im Blut das Zeitfenster für Maximalkraft lange aufhält. Das Ergebnis ist ein Training mit mehr Gewicht. Nach der Kur tut man sich mit dem neuen Gewicht schwerer, sollte es aber unbedingt durchziehen. So entsteht ein doppelter Effekt. Der Kraftzuwachs während der Kur und der Massezuwachs am Ende und nach der Kur. Die Muskeln müssen nach der Kur viel mehr leisten, um dasselbe Gewicht zu bewältigen. Also ein positiver Reizstreß!

Micha: Hm, ähnliches kenne ich aus meiner Leistungszeit, in der ich ab und zu mal ein teures, legales Präparat testete. Interessanterweise konnte ich durch mein ausgeklügeltes Trainingssystem feststellen, wo das jeweilige Präparat genau wirkte. Inzwischen weiß ich ausserdem, dass meine Art der Trainingsvariation Leistungsschwankungen, wie Du sie angesprochen hast, zum Teil ausgleichen kann. Dies ist ja ohnehin unter dem Begriff “Variantenreiches Training” bekannt. Spezielle Transportsysteme unterstützen die Aufnahme von Creatin. Diverse Präparate sind aber ungleich teurer und enthalten vergleichbar geringe Mengen an Creatin. Gibt es Alternativen (z.B Traubensaft) oder sind eher diese Kombipräparate zu empfehlen?

Mike: Ich habe schon alle Arten von Creatinkuren ausprobiert. Besonders zu empfehlen sind alle Produkte mit Transportsystem. Wichtig ist auch die Dosierung. Niemals zuwenig nehmen! Experten streiten sich über Ladephase oder nicht. Ich bin der Meinung es ist eine Aufladephase von max. 5 Tagen nötig. In dieser Zeit sollte man 20-30g Creatin zuführen. Aufpassen: nicht immer sind 30g Pulver auch 30g Wirkstoff. Wegen der Halbwertzeit und der schlechten Resorption empfielt es sich, die Tagesdosis auf zweimal zu verteilen. Morgens, auf nüchternen Magen und kurz nach dem Training, das ein dehydrierter Körper exzellent aufnimmt. Dextrose zusetzen! Bei Creatinkuren muß viel getrunken werden, wegen der erhöhten Wassereinlagerungen. Außerdem natürlich nicht mit Essen sparen. Allerdings zerstören die Magensäure und eine anhaltende Verdauung Creatin. Also min. 2 Stunden abwarten nach dem Essen. Am besten auch nach der Einnahme auf den leeren Magen min. 30 min. warten, bis man wieder Nahrung aufnimmt.

Micha: Lasst uns die Dosierung noch etwas näher betrachten.

Florian: Laut eines wissenschaftlichen Berichts von U.S. Forschern (Mens Health 10/98) reichen 6 Gramm verteilt auf zwei Tagesrationen für eine 5-tägige Kreatinkur aus.

Micha: Die empfohlene Menge während der 5-7 tägigen Creatin-Aufladephase beträgt etwa 0,3 g Creatin pro Kg Körpergewicht. Ein 80 Kilo schwerer Mann könnte also ca. 25 g Creatin pro Tag aufnehmen. In der Erhaltungsphase (ca. 4 Wochen) werden 0,03g/KG empfohlen. Bei 80 Kilo also täglich ca. 2,5 g. Hm, ich denke, bei mir hats gut funktioniert. Es kann ja auch sein, dass sich die Bedingungen zwischen den dort getesteten Triathleten und uns Bodybuildern unterscheiden. Unser Bedarf im Kurzzeitbereich ist wahrscheinlich höher. Okay, kommen wir mal zum Thema „Wasserspeicherung”:Creatin speichert Wasser in der Muskelzelle, was die Muskeln prall macht. Theoretisch erhöht dies die Chancen, Wasser aus der Unterhaut abzuziehen. Es gibt aber auch Stimmen, dass Creatin Wasser unter der Haut speichert und so ein eher schwammiger Effekt entsteht (gerade vor Meisterschaften wäre das fatal).

Mike: Bingo! Creatin macht schwammig! Aber wer sich ein bißchen auskennt, der weiß, daß Creatin auch zum Masseaufbau gedacht ist. Außerdem ist der Effekt reversibel. Das gezogene Wasser verliert man wieder.

Micha: Ein nicht zu unterschätzendes Problem ist die starke Wasserspeicherung ja gerade bei Athleten, die sich an der Grenze einer Gewichtsklasse befinden. Obwohl ich bezüglich einer “schwammigen” Speicherung noch etwas skeptisch bin, ist im Zweifelsfall eine Kohlenhydrataufladung vor dem Wettkampf die bessere Alternative. Gefüllte Creatinspeicher sollen ja die Leistung des Trainings erhöhen. Sind diese meßbar durch mehr Gewicht oder Wiederholungen? Ich habe im Moment das Gefühl, dass die Muskeln viel schneller aufgepumpt sind und weitere Wiederholungen daran scheitern.

Florian: Eigentlich sollte doch der gegenteilige Effekt eintreten und die Muskeln sollen nicht so schnell ermüden?!

Micha: Ja, klar. Creatin unterstützt die Leistungen im hochintensiven Tainingsbereich (wenige Wiederholungen). Meine Muskeln schienen nach ein paar Tagen allerdings so dick, dass das noch praller Pumpen ein wenig ungewohnt wirkte. Das kann aber auch damit zusammenhängen, weil ich nicht so im Training stand. Die Frage stellte ich hauptsächlich wegen diesen Beobachtungen und anderen Berichten, in denen es beim Gebrauch von Anabolika (Creatin hat damit freilich nichts zu tun) zu starken Bewegungsschmerzen kam und dies einem natürlichen Training entgegenstand.

Florian: Wie hält denn die Wasserspeicherung in den Muskeln und das damit verbundene pralle Aussehen an, nur während der Kur? Und was heißt schwammig, etwa auch im Gesicht???

Micha: Wahrscheinlich ist das „Aufschwemmen” für SportlerInnen eher unbedeutend. BodybuilderInnen sind hier halt etwas genauer und nehmen Veränderungen sehr schnell und intensiv wahr. Gerade auf Meisterschaften ist jede sichtbare Muskelfaser ein ganz großer Pluspunkt. Aber das ist ja eh eine Wissenschaft für sich. Wenn Du Dich an die Erhaltungsphase hältst, hat die Wasserspeicherung auch nach der Aufladephase 4-6 Wochen Bestand. Daraus ergibt sich allerdings schon die nächste Frage: Soll ich bis zu einer erneuten Aufladephase eine Creatin-Pause einlegen (z.B. zur Schonung von Magen und Nieren) oder kann ich die Dosis gleich wieder erhöhen?

Mike: Eine Pause empfielt sich schon deshalb, weil sonst ein starker Gewöhnungseffekt auftritt. Ich selbst habe einmal mit einer 6 Wochen-Kur 4-5 Kg zugeommen, als ich non-stop weitergemacht habe ist nichts mehr passiert. Die angesprochene Schonung von Magen und Nieren, ist vielleicht nicht so elementar, da Creatin erst bei einer Dosis von >110g/Tag gefährlich wird. Wer so viel einbaut, sollte sich aber sowieso einmal auf eine Psychose untersuchen lassen!

Micha: Zu welchen Nebenwirkungen kann es denn kommen?

Mike: Nebenwirkungen sind z.B. Kopfschmerzen, die durch die geringe Verdickung des Blutes auftreten. In der Regel genügt jedoch viel Flüssigkeit und diese Beschwerden verschwinden nach spätestens 10 Tagen, sind außerdem auch nicht gefährlich. Der Verdauungstrakt leidet auch ein wenig, allerdings nicht medizinisch bedenklich. Wer Magenverstimmungen bekommt, sollte sich Bullrichsalz besorgen oder ähnliches. Es gibt Magen-Darm-Therapeutikums, die sehr sanft und harmlos sind, wird auch bei Steroidgebrauch angewandt.

Micha: Wer bei der Einnahme von Creatinpulver Nebenwirkungen verspürt, könnte es mal mit Brausepräparaten versuchen. Deren Zusammensetzung erhöhen den Magensäuregehalt und gaukeln ihm eine fortgeschrittene Verdauung vor. Die Folge: Creatin wird sofort in den Darm weitergeleitet und dort verwertet. (PS: Kann das nicht wiederum zu Sodbrennen o.ä. führen?)

Florian: Wie sieht es denn mit Nierenschäden aus?

Micha: Wenn Creatin abgebaut wird, entsteht Creatinin, dass mit Hilfe der Nieren ausgeschieden wird. Eine erhöhte Konzentration bedeutet natürlich auch eine größere Arbeit für die Nieren. Laut Berichten sind die üblichen Empfehlungsdosen allerdings unbedenklich für irgendwelche Schäden. Während der Aufladephase hatte ich eher etwas dünneren Stuhlgang, was ja auch als eine Nebenwirkung von Creatin sein kann. Wenn wir schon bei Gegenanzeigen sind: Eine Ernährungsberaterin riet Frauen davon ab, Creatin zu benutzen. Gibt es dafür denkbare Erklärungen?

Mike: So ein Schwachsinn! Die Begründung würde mich interessieren! Eine Trainnigskollegin von mir schwört auf Creatin. Fragt doch mal Anna Kournikova, Heike Drechsler & Co., was die davon halten!

Micha: Ehrlich gesagt haben auch wir erste gute Erfahrungen gesammelt, doch ist die Testphase noch zu kurz, um das gleich als Erfolgsstory hinzukritzeln. Das Motiv der Dame lag wohl eher im kommerziellen Bereich. Sie deutete diese Dinge nur an und empfahl uns eine Ernährungsberatung. Darauf haben wir verzichtet und für das Gesparte dann doch lieber das Creatin gekauft…

Florian: Wir reden hier ständig von Präparaten. Was für natürliche Produkte gibt es eigentlich, in denen Creatin enthalten ist?

Micha: Fleisch ist der Hauptlieferant. Für fortgeschrittene BodybuilderInnen ist es natürlich schwierig, Creatinkuren mit Fleisch durchzuführen, da die Mengen und sonstigen Inhaltsstoffe (Fett, Purin etc.) nicht jedem Ziel förderlich sind. Aber so’ne Currywurst mit Pommes wäre schon was… So, Jungs. Herzlichen Dank für diese Diskussion.

Jetzt sollten wir uns aber langsam auf ins Training machen. Vielleicht fällt uns dabei ja wieder ein neues Thema ein, über das wir mal plaudern können. Bis bald…

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Trainingsschwäche durch Pfeiffersches Drüsenfieber?

Frage:

In einem früheren Bericht erwähntest du das “Pfeiffersche Drüsenfieber” als Ursache für Trainingsprobleme. Kannst Du mir etwas mehr über diese Krankheit erzählen?
 

Trainertipp:

Micha
Beim Pfeifferschen Drüsenfieber handelt es sich um eine – meist gut verlaufende – Infektionskrankheit. Es ist auch bekannt unter den Namen “Mononukleose”. Im Erwachsenenalter habe es nahezu alle schon einmal gehabt. Eine Überraschung deshalb, weil viele erst in diesem Alter davon erfahren. Keine Überraschung, nachdem ich mit Kolleginnen und Bekannten ins Gespräch kam. Immer wieder höre ich von Betroffenen, die schwer damit zu kämpfen haben, bis dahin, dass diese sich sogar im Krankenhaus befinden.

Die Infektion erfolgt durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) auf den Rachenraum. Durch “Tröpfchenübertragung”, also beim Küssen (im Volksmund deshalb “Kußkranheit”), aber auch beim Niesen, Anhusten usw. Kinder haben grippeähnliche Symptome und kommen damit gut zurecht. Beim Erwachsenen kann es zur Anschwellung der Lymphknoten, Halsschmerzen und zu Fieberschüben kommen. Symptome sind auch eine große Müdigkeit, schnelle Erschöpfung und vor allen Dingen das “Zusammenklappen” nach körperlicher Anstrengung. Die Symptome können sich besonders nach dem Muskeltraining bemerkbar machen, was so manche Zielsetzung ganz schön vermiest. Sobald man in Grenzbereiche geht, die eine anaerobe Leistung erfordern (Glykoseverbrennung, hohes Gewicht, wenige Wiederholungen oder kurze Sprints), stellen sich z.B. neben der Müdigkeit auch Konzentrationsschwächen, migräneartige Kopfschmerzen und das Gefühl ein, eine nicht ausbrechende Erkältung wäre in Anmarsch. Die Folge sind zahlreiche Pausen, worunter die Fitness und die Kraft leiden.

Das Pfeiffersche Drüsenfieber bricht etwa zwei bis 5 Wochen nach der Infektion aus und dauert um die zwei Wochen. Während dieser Zeit ist die Erkrankung für Sportler/innen besonders gefährlich! Durch Überanstrengung kann es zu Milzrissen, Leber-, Herzmuskelentzündungen und Zusammenbrüchen kommen. Somit ist es erforderlich, die Aktivitäten in jedem Fall einzustellen und dem Körper die vielen Stunden Schlaf zu geben, die er braucht. Das Risiko von Folgeschäden muß unbedingt umgangen werden. Ist diese Zeit überstanden, sollen die Symptome rasch abklingen und keine bleibenden Spuren hinterlassen. Durch meine vielen Gespräche und der breiten Berichterstattung in der Presse über Sportler würde ich aber davon sprechen, dass es für Menschen mit körperlicher Anstrengung länger dauern könnte. Betroffene klagen noch Monate später über Müdigkeit und sind in ihrer Leistungsfähigkeit deutlich eingeschränkt. Die erhöhten EBV-Werte im Blut sind möglicherweise vom Körper recht gut zu bewältigen, doch ist die Arbeit sehr stressig, schwer oder belastend und sieht es im Privatleben nicht anders aus, kann der Virus stark zusetzen. Ein gezieltes Medikament ist mir nicht bekannt, doch gibt es natürlich viele Möglichkeiten, den Symptomen zu begegnen und den Körper zu stärken. Man kann mit viel Ruhe, Urlaub in der Sonne und langsamen Know-how-Training gute Erfolge erzielen. Es empfiehlt sich, für mehrere Monate auf zu hohe Belastungen zu verzichten, auf Intensität- oder Negativwiederholungen, Verzicht auf Einzelwiederholungen, Kraftleistungen, Resterschöpfung usw. 

 Ähnlich, wie eine Narbe an eine frühere Verletzung erinnert, kann der Laborant anhand der Zahlen feststellen, ob Du schon einmal erkrankt bist oder nicht. Die dabei 3 relevanten Werte gehen im akuten Stadium in extreme Höhen und bleiben auch nach der Ausheilung jahrelang höher und somit nachweisbar.

Die Antwort basiert auf Erfahrungsaustausch und Internetrecherche.

Micha.

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Nach erfolgreicher Diät nehme ich durchs Training zu – Hilfe!

Frage:

Lieber Trainer, habe mal wieder ein Sportproblem…..*grrrr*. Ich bin weiblich und habe mit viel Entschlossenheit einige Kilo abgespeckt. Das alles ohne Sport! Und weil es so gut lief, bin ich nun wieder im Fitnessstudio am werkeln, mache etwas Mucki Aufbau und gleichzeitig anschließend so ca. 40 min Ausdauertraining. Obwohl ich an der Ernährung nichts geändert habe, lege ich auf einmal wieder 2 Kilo zu,…nach 2 Wochen Training! Das macht mich jetzt doch sehr nervös. Der Trainer meint etwas sorglos, ich solle mich nicht wiegen, aber das schaffe ich nicht, weil ich so neugierig bin was sich tut! Also, bin ich mit den Muckis zu schnell, soll ich erstmal mehr Fettverbrennung machen oder ist das Wasser was sich ansammelt, stellt sich mein Körper um?

Es ist schon wahnsinnig kompliziert, irgendwie gibt es tausend Meinungen, wie man jetzt optimal trainieren soll, habe gestern auch gegoogelt und viele Seiten gefunden, aber irgendwie beschäftigt man sich beim Muki Aufbau immer nur mit den Muskelmännern, das Frauenproblem wird nicht richtig beachtet, finde ich. Über Deinen Rat würde ich mich sehr freuen!
 

Trainertipp:

Micha
Dann müssen wir ganz schnell etwas für die Frauen tun! Da willst Du also abnehmen und nimmst zu. Schon paradox, gell?! Zunächst einmal ist es schon supercool, dass Du so viel abgespeckt hast. Und wohl gemerkt “ab ge speckt”! D.h., du hast nicht kurzfristig durch einen Saunabesuch Wasser verloren, sondern das Gewicht an den richtigen Stellen verloren. Gleichwohl bedeutet das nicht, dass der Körper gleichzeitig straffer und fester wird. Das liegt daran, dass das Abnehmen von Fett mittles Nahrungsumstellung oder Bewegungserhöhung die Muskeln kaum aktiviert. Muskeln sind mächtige Werkzeuge in der Körperformung, wenn nicht das beste Mittel überhaupt. Selbst Hungerhaken können krank aussehen, wenn sie keine sportliche Figur besitzen. Viele Frauen mit einem gewissen Übergewicht haben unter der Fettschicht eine gewisse Muskulatur, die nur nicht zur Geltung kommt. Wenn Du im Studio Muskelaufbau betreibst, werden diese Muskeln natürlich aktiviert und wie das Trainingsziel schon sagt “aufgebaut”. Wenn Du jetzt nicht wegen dem Training mehr isst, zum Beispiel durch Süßhunger-Attacken, sondern eine einigermaßen ordentliche Ernährung beibehältst, finden die Muskeln genügend Nährstoffe, um zu wachsen. Nun klingt “wachsen” für Frauen mit einem Gewichtsproblem eher nach einer Horrormeldung. Wenn ein Muskel wächst, so verdickt er seine Muskelnfasern und speichert zusätzlich Nährstoffe und Wasser darin. Dieses Wachstum hält sich allerdings absolut in Grenzen, weil die Muskeln am Anfang schnell reagieren und dann immer weniger. D.h. Dein rascher Erfolg, der dich erschrickt, wird schnell nachlassen und das Gewicht wird sich einpendeln. Wer durch Muskelaufbau zunehmen will, der muss super hart trainieren und das schaffen die meisten nicht. Anfänger/innen glauben nur, sie hätten super Anlagen, weil sie am Anfang so gut aufbauen. Doch damit ist es wirklich bei den meisten rasch vorbei. Bei vielen dünnen Athleten, die zunehmen wollen, ist das dann der Moment, an dem sie enttäuscht sind. Was für Dich nun interessant sein kann sind verschiedene Tatsachen, die Dich beruhigen sollten:

Muskeln sehe ich im Gegensatz zu Fett als “lebende” Masse, in der viel passiert. Während das Fett auf seine Verwertung wartet, sind Muskeln aktiv. Wahrscheinlich sind die meisten Fettzellen weiblich, die jahrzehntelang vergeblich darauf warten, dass sie sich für jemanden verzehren dürfen (Haha, kleiner Spaß, nicht ernst nehmen!). Soll heissen, bei übergewichtigen Menschen aus einer gewissen Anlage heraus ist es unglaublich schwer, das Fett abzubauen. Aber es geht! Muskeln dagegen haben Hunger und saugen und lutschen an den sie umgebenden Energiedepots (wahrscheinlich männlich, haha). Das führt zu dem erstaunlichen Phänomen, dass ein Muskelaufbau dazu führt, dass auch fernab der körperlichen Aktivität mehr Kalorien verbraucht werden als vorher. D.h., Dein Grundumsatz, das wahrscheinliche Problem für lebenslange Übergewicht ohne ausschweifendem Freßkult, ist zunächst einmal richtig niedrig. Vieles von dem, was Du isst, wird als Brennstoff nicht verwertet, also ab damit in die Vorratskammern Hüfte, Po, Oberschenkel, Bauch und mit etwas Glück im Unglück auch Busen. Wenn Du auf Diät gehst, senkt der Köper den Grundumsatz einfach weiter nach unten. So nimmt er vielleicht ein bisschen ab, aber wenn Du wieder normal isst, weil kaum eine Diät dauerhaft durchgehalten werden kann, lässt er den Grundumsatz einige Zeit unten, was bedeutet, dass die Speicherung von Nahrung oft noch schlimmer wird. Du kennst das sicher unter dem Slogan “Jojo-Effekt”. Einpendeln kann sich das Ganze vermutlich nur durch eine ruhige Ernährungsumstellung und durch Begleitung mit Aktivität, sprich Sport. Und wer sich diesem Weg stellt, der wird Geduld brauchen. Mit dem Kopf durch die Wand geht nichts. Ist der Sport zu lässig, weil es heisst, man verliert dann durch die Sauerstoffverwertung besser Fett, bewirkt er kaum etwas. Es ist schon wichtig, sich etwas mehr anzustrengen und den Puls auf bestimmter Höhe zu halten. Wenn Du nun erst mal ein paar Muskeln aufgebaut hast (die man im übrigen so schnell nicht sieht) ist das so, als würdest Du auch auf dem Sofa noch ein wenig auf Deinem Stepper laufen oder auf dem Ergometer strampeln, weil der Körper ja jetzt auch im Ruhezustand mehr verbrennt. Cool gell?!

Eine weitere Tatsache ist, dass das Gewebe von Muskulatur schwerer ist als Fettgewebe. Ich vermute, dass Muskeln einfach dichter sind *gg. Laienhaft stelle ich mir eine alte Waage mit Schalen vor. In der linken Schale liegt ein Plastikball, in der rechten eine etwas kleinere Wassermelone. Nun stelle Dir vor, die kleinere Wassermelone ist deutlich schwerer als der größere Ball. Der kleinere Gegenstand ist also schwerer. Wenn es möglich wäre, könntest Du mal ein Pfund Fett von der Hüfte in die eine Schale legen und vom Po mal ein Pfund Muskeln in die andere. Du würdest deutlich erkennen, dass die Muskeln im Volumen kleiner sind als das Fett. Im Klartext heisst das, dass Du beim muskelaufbauenden Sporteln tatsächlich eine Phase lang etwas zunehmen kannst/ wirst. Wenn Du einige Kilo Fett verlierst und 2 Kilo straffende und festigende Muskeln aufbaust, ist das im Grunde genommen eine fantastische Leistung. Ich vermute, dass Du im Moment dabei bist, Deinen Körper umzuwandeln und wenn Du es wagen würdest, vorher- nacher-Bilder zu machen, würdest Du die positive Veränderung sicherlich anerkennen. Da die Waage aber Deine Messlatte ist, hast Du natürlich ein Problem. Dein Leben lang hast Du ja abgespeichert, dass eine Gewichtszunahme etwas Schreckliches ist. Die 2 Kilo, die ja eigentlich ein Erfolg sind, erlebst Du als Misserfolg, weil es Dir Dein konditioniertes Gehirn so vermittelt. Schau, ich habe mangels Training über den Sommer so abgenommen und schaue deswegen nicht besser aus. Im Gegenteil. Trotz Mindergewicht habe ich ein Bäuchlein. Da trainiere ich lieber wieder, nehme am Bauch wieder ab und auf der Waage zu. Ja, da freue ich mich schon drauf. Also freue auch Du Dich über Deine Erfolge. Du musst halt dranbleiben und darfst Dich nicht entmutigen lassen. Wenn Du willst, kannst mir ja mal Deinen Trainingsplan aufschreiben, denn auch damit kann man viel steuern. Weiterhin viel Erfolg beim Sporteln und bei der Suche nach Antworten auf “Frauenfragen” wünscht Dir Dein Trainer.

Micha.

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Macht Bodybuilding impotent?

Thema:

Micha
Neulich scherzte ich mit einer Bekannten und fragte sie, ob sie nicht wisse, dass Bodybuilding impotent mache. Nach ein paar Tagen kam sie zu mir und fragte, ob es denn wirklich so wäre? Ich antwortete mit einem Witz:”Natürlich nicht, aber wußtest Du, dass Bodybuilder sogar beim Sex die Wiederholungen zählen?”…

Wenn es nicht lustig wäre, wäre es schon wieder traurig. Die Frage zeigt, mit wievielen Unsicherheiten dem Bodybuilding begegnet wird, in welche Richtung es auch geht. Unter Umständen könnte Bodybuilding sogar helfen, einzelne Formen der Impotenz zu lindern. Tatsache ist, dass das Training die Leistungsfähigkeit und die Funktionen des gesamten Körpers bei Männern und Frauen verbessert. Zum Beispiel kann es zu einem stabileren Blutdruck, zu verbesserten Kreislaufwerten oder auch zu mehr Selbstbewusstsein und Spaß verhelfen. Das ein oder andere Mal ist es nicht mehr peinlich sein, seinen Körper zu zeigen. (Wobei das bei einer halbwegs normalen Figur niemanden peinlich sein sollte). Das alles wirkt sich auf die Einstellung zum Leben und die Qualität unseres Daseins aus. Somit natürlich auch auf die Sexualität, die aus vielen Motiven heraus erlebenswert ist.

Ein Student sagte einmal zu seiner Lehrerin, die sich vor dem Gedanken muskelbepackter Athleten ekelte:”Sie müssen sich mal vorstellen, was Bodyuilder alles mit Ihnen machen können”. Meiner Meinung nach sollte die Sexualität, geschweige denn die Potenz, das bleiben, was sie ist: Ein wunderbarer Teil eines fascettenreichen Lebens. Wer die Potenz zum wichtigsten Element seines Lebens macht, gerät leicht in die Gefahr, in Abhängigkeit zu geraten. Etwas, das besonders schön sein kann, wird dann zwanghaft. Traurigerweise überträgt sich in solchen Fällen der leistungsorientierte Geist unserer Gesellschaft auf den Intimbereich, was beide Partner, also auch die Frau, spüren. Die Ursachen des Problems, Erektionen nicht zu erzielen oder nur kurz halten zu können, sind sehr vielfältig. So können zum Beispiel mikrobische Lecks in den Schwellkörpern Ursache sein. Niemand sollte zögern, deswegen einen Arzt aufsuchen, der eventuell helfen kann. Wer sich über derartige Probleme lustig macht, ist eigentlich selbst arm dran. Übergewicht, Minderwertigkeitsgefühle, Streß und ähnliche Mitverursacher können natürlich nicht medikamentös behandelt werden. Hier ist es sinnvoll, die eigene Lebenseinstellung/ Lebensweise nachzudenken und sie mit oder ohne professionelle Hilfe zu verändern. Okay, warum “Riesenmuskeln und Impotenz”? Das verallgemeinernde Phänomen “Da habe ich doch mal was gehört” kommt auch hier zum Tragen. Verwenden Hochleistungssportler Hormone, um ihre Leistungsfähigkeit nach oben zu dopen, müssen sie auch mit vielfältigen Nebenwirkungen rechnen. Unter anderem auch mit Impotenz. Ein erklärender Ansatz dazu ist folgender: Durch die zusätzliche Gabe von Testosteron, dem männlichen Geschlechtshormon, steigt zunächst nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit, sondern auch die Lust auf Sexualität. Nach einer Weile reduziert der Körper die eigene Hormonproduktion, weil er sie nicht mehr für nötig hält. Bei langfristigem Mißbrauch von Hormonen kann es so zur Impotenz bis hin zur Hodenschrumpfung kommen. Nebenwirkungen können, müssen aber nicht auftreten. Wer jetzt noch von jedem Bodybuilder, anabolikafrei oder nicht, behauptet, er wäre impotent, muß sich selbst die Frage stellen, ob er nicht auch unter Durchblutungsstörungen leidet, was ja bei Engstirnigkeit durchaus eine Überlegung wert ist.

Micha.

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Ist Muskel aufpumpen gefährlich?

Frage:

Mein Freund geht seit ca. einem halben Jahr ins Fitness-Center. Er hat dort Anschluss an eine Clique gefunden. Nun erzählt er, dass sie dabei sind, ihre Muskeln “aufzupumpen”. Manchmal, wenn er vom Training kommt, wirken die Arme tatsächlich größer und die Adern sind dicker. Nun mache ich mir sorgen, dass es ihm schadet und die Adern platzen, wenn er übertreibt. Sind dir Gefahren bekannt?

Trainertipp:

Im Bodybuilding wird dann vom “Aufpumpen” gesprochen, wenn es gelingt, eine bestimmte Muskelgruppe mit Blut zu füllen und die Muskelpartie damit dicker und größer wirken zu lassen. Nicht selten treten dabei auch Adern hervor, weil durch sie hindurch mehr Blut fließt. Häufig ergibt sich ein echter Aufpumpeffekt allerdings erst nach reichlicher Trainingserfahrung und unterscheidet sich dieser noch einmal erheblich von einer vermehrten Durchblutung. Die belasteten Muskelbereiche sind eine zeitlang bis zu 20x mehr durchblutet als normal. Es gibt unterschiedliche Körpertypen. Bei manchen Athletinnen und Athleten ist der Unterschied nach dem Aufpumpen kaum zu erkennen, bei anderen ist er enorm. Fest steht, dass fast alle Wettkampfbodybuilder/innen vor ihrem Auftritt in eine Aufwärmphase gehen. Diese erhöhte Aktivität der Muskulatur ist aber nicht nur für die Optik interessant. Sie erwärmt den belasteten Bereich und schützt ihn besser vor einer “Kälteverletzung”. Neben dem körperlichen Effekt bringt das Aufpumpen auch einen geistigen Effekt mit sich. Die Nerven sind konzentriert und der Strom gibt dem Athleten/ der Athleten das großartige Gefühl, viel massiger und stabiler zu sein als noch wenige Sätze zuvor. Entscheidend für das Auftreten des Effektes ist eine konzentrierte Bearbeitung des Muskelbereiches. Wer zu viele Muskeln einsetzt, um möglichst viel Gewicht auch mit der Gefahr des Abfälschens und Verletzungen zu stemmen, der wird zwar ein bisschen was spüren, aber damit nicht in die “High Class der Pumper” aufsteigen können. Entscheidend für die Stärke des Effektes ist auch die Art des Trainings, die Anzahl von Sätzen und Wiederholungen. Darauf gehe ich später noch einmal in einer meiner Publikationen ein. Das Gefühl, “aufgepumpt” zu sein, kann so intensiv sein und sich mit den Emfindungen der durch das Training freigesetzten Glückshormone vermischen. Dieser natürliche “Cocktail” ist berauschend und bereichert den sportlichen Horizont um eine großartige Erfahrng, die man kaum mehr missen möchte. Der mental-körperliche “Rausch” kann für echte “Pumper” so großartig sein, dass man von diesem Zustand süchtig wird. Man kann es kaum erwarten, die Muskeln neu zu belasten und erneut aufzupumpen. Es gibt sogar – lach – “Toilettenpumper”, die jede Gelegenheit nutzen, um mit ein paar Wiederholungen größer zu wirken. Das hat dann aber etwas mit einem geschwächten Selbstbewusstsein zu tun, dass man anderweitig angehen sollte. Der clevere und disziplinierte Athlet weiß aber, dass trainierte Muskelbereiche Erholung benötigen, um tatsächlich zu wachsen. Der Lohn für ein vernünftiges Vorgehen sind Zustände, die schon Arnold Schwarzenegger mit höchsten Extasen verglichen hat. Seine immer wieder zitierten Aussagen bezogen sich zwar eher auf den Prozess der Milchsäurebildung und dem Training im Schmerzgrenzbereich, aber ich bin mir sicher, auch er wollte dem Zustand aufgepumpter Muskeln nie missen.

Bei gesunden Sportlerinnen ist mir ein negativer Nachteil des Aufpumpens im gesundheitlichen Sinne nicht bekannt. Es mag sein, dass der Muskel an seine Grenzen gelangt und er schließlich in der Kontraktion versagt. Aber das regt eher das Wachstum und Anpassungsreaktionen an. Der Körper entzieht hier das Blut den Regionen, in denen es gerade weniger benötigt wird. Übrigens mit ein Grund, warum ich empfehle, bei einer Muskelgruppe zu bleiben und nicht ständig hin- und herzuspringen. Das Blut kann dann die Aufgaben lösen, Sauerstoff, Abfallstoffe und Aufbau/Nährstoffe in die benötigten Regionen zu transportieren.

Wenn es tatsächlich gelingt, einen “Pump” zu erzielen, liegt im Wesentlichen kein Blutstau, sondern eine Mehrdurchblutung vor. Krampfadern z.B. verhindern den Blutstrom und gefährden damit die Gesundheit. Mit Blut durchströmte Adern zeugen von Ausdauer und Kraft und einem fortgeschrittenem Fitnesslevel. Der Körper arbeitet in dieser Zeitphase hervorragend und ist zu besonderen Leistungen fähig. Nach einiger Zeit, manchmal erst nach ein paar Stunden lässt diese Mehrdurchblutung nach und führt dies auch zu einer Reduzierung der “dicken” Adern. Blutbahnen sind sehr elastisch und sind dazu in der Lage, die Mehrdurchblutung zu regulieren. Wer allerdings Blutdruckprobleme vermutet, bei denen die Geschmeidigkeit der Blutbahnen fehlerhaft sein kann oder Angst hat, dass ein bekannter oder nicht entdeckter Verschluss durch eine zu starke Belastung gelöst werden kann, der sollte mit seinem Arzt über mögliche Risiken und entsprechende Maßnahmen reden. Die meisten Berichte, die ich im Laufe der Jahre gelesen habe, zeugen allerdings von einem positiven Aspekt der Mehrdurchblutung durch Sport. In meinen 25 Jahren Trainingserfahrung habe ich selber auch noch keine einzige Ader platzen sehen, weil ein Athlet sie zu stark “aufgepumpt” hat. Eher habe ich zahlreiche Träume platzen sehen, weil 1. die Einstellung zum Training nicht gestimmt hat und/ oder 2. das Leben es nicht vorgesehen hat.

Dein Denkansatz ist allerdings gut und richtig: Vorsicht und der Mut zu Fragen verhindert ungeahnte mögliche Fehler und sorgt für viel mehr Freude am Sport anstatt durch Verletzungen oder Rückschläge immer wieder Enttäuschungen zu erleben. Viele Athleten halten z.B. bei den Übungen zu lange die Luft an oder trainieren ohne Plan. Es kann dann z.B. bei extremen Pressübungen zu kleinen Blutgerinseln im Auge kommen u.ä. . Fazit: Meiner Einschätzung nach liegen in einem unvernünftigen Training weitaus mehr Gefahren als in einem – entschuldigung – supergeilen Pump starker Muskeln.

Micha.

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Dehnungsstreifen – Ungeliebte Hautrisse

Frage:

Als Junge war ich recht übergewichtig. Um meinen Bauch herum ist das noch heute an kleinen Hautrissen erkennbar. Jetzt, da ich schlanker bin, habe ich mit dem Training angefangen und frage mich, ob ich wieder mit neuen Rissen rechnen muss.

Micha
Trainereinschätzung:

Viele Menschen sind ganz erstaunt, wenn sie an Männern erstmals die sogenannten Dehnungsstreifen entdecken, welche sie eher beim weiblichen Geschlecht als “Schwangerschaftsstreifen” kennen. Allerdings sind Dehnungsstreifen auch bei Männern gar nicht so selten und inzwischen auch bei “fetten” Jugendlichen zu sehen. Dehnungsstreifen entstehen dort, wo die Haut zu schnell und zu stark gedehnt wird, so dass sie sich nicht auf die Bedingungen einstellen kann. Dies aber hauptsächlich nur bei Menschen so, deren Bindegewebe aufgrund von Erbgut oder Ernährung schwach ist. Dabei handelt es sich dann um helle, unterschiedlich grosse Risse im Hautgewebe, die manchmal unangenehm schimmern und teilweise “durchsichtig” wirken. Ausserdem haben sie die Eigenschaft, einen anderen Teint anzunehmen wie die übrige Haut. Die normalerweise gut dehnbare Haut und ein funktionales Bindegewebe führen dazu, dass viele Schwangere oder Dicke keine Hautrisse bekommen. Sie können auch im Training an Masse zulegen, ohne Hautprobleme erwarten zu müssen. Natürlich sollte dies kein Grund sein, die Haut zu vernachlässigen, denn sie ist schließlich das größte Organ unseres Körpers und sollte nicht durch unbedachtes Sonnenbaden oder ständigem Witterungswechsel belastet werden. Wenn die Haut reisst, so verursacht dies keine Schmerzen. Warum? Die Haut reißt nicht an der Oberfläche, bzw. in Regionen, in denen sich unzählige Nerven empfinden, die schon einen kleinen Schnitt in den Finger so massiv anzeigen, dass manches Training reduziert werden muss. Die Haut reißt in der darunter liegenden, kaum schmerzempfindlichen Lederhaut. Wenn das Bindegewebe schwach ist, kann die Lederhaut bei vielen Wachstumsprozessen reissen. Meistens hat das mit dem Training selber gar nichts zu tun. Während des Längenwachstums in der Jugend, während einer Schwangerschaft oder auch beim jahrelangen, unbedachten Essen, das die “Rettungsringe” gewaltig anschwillen läßt. Hin und wieder erwischt es auch Menschen, die lange Zeit schlank waren und im Alter ungewöhnlich zunehmen, obwohl sie nicht unbedingt mehr verdrücken. Das liegt dann u.a. an einem verlangsamten Stoffwechsel, der die eingenommenen Kalorien nicht mehr so verbrennen kann wie früher und sie als Fett abspeichert. Hautrisse können am Bauch, an den Knien, am breiten Latissimusmuskel, im Brustbereich oder im Rücken auftreten. Also fast überall, wo es durch Zuwachs oder spezielle Übungen zu sehr starken Dehnungen kommt. Strebst Du eine normale Fitness an, würde ich meinen, dass Du Dir keine Sorgen zu machen brauchst. Die Haut wird dann eher gestrafft, was eine positive Wirkung auf Deinen Körper hat. Stärkere Dehnungsstreifen verlieren ihre Narbenspur und wirken dadurch manchmal ein wenig breiter. Die insgesamt verbesserte Hautbeschaffenheit kann die Streifen dann aber in den Hintergrund drängen. Natürlich ist es auch möglich, dass Dein Bindegewebe inzwischen durch eine bessere Ernährung viel geschmeidiger ist als zu Deiner Fastfood oder Mehrfood-Zeit. Dann kann sie sich auch leichter und ohne Komplikationen dehnen. Wenn es Dir um viel Muskelmasse geht, so kannst Du neue Dehnungsstreifen nicht ausschliessen. Sie müssen nicht zwangsläufig auftreten, aber da Du hier offensichtlich empfindlich bist, ist bewußtes Umgehen mit dem Thema angesagt. Neben der Straffung dehnst Du die Haut zusätzlich durch spezielle, schwere Übungen wie Fliegende mit schwerem Gewicht. Ein schwaches Bindegewebe kann der Belastung eventuell nicht standhalten und die Lederhaut reisst im ungünstigsten Fall ein paar Millimeter auf. Wer unter Dehnungsstreifen leidet, leidet wahrscheinlich nicht erst seit einem trainingsbedingten Massezuwachs darunter. In diesem Fall ist es durchaus ratsam, einen Hautarzt aufzusuchen und lindernde, bzw. vorbeugende Maßnahmen zu besprechen. Vielleicht sieht dieser auch Möglichkeiten zu Tests der Hautbeschaffenheit oder der “Narbentherapie”. Hier noch ein paar wichtige Hinweise, denen Du nachgehen kannst:

* Lindernd sind eine gute Körperpflege mit speziellen Ölen, die bei Narben oder Dehnungsstreifen helfen. Erkundige Dich hierzu in Drogeriemärkten, in der Apotheke oder bei Deinem Arzt.

*Zusätzlich muss die Ernährung verbessert werden. Auch wenn frühere Defizite dabei nicht immer ausgeglichen werden können, sind die Eigenschaften der Haut damit zu verbessern. Wahrscheinlich fehlen Deiner Haut bestimmte Vitamine oder Mineralien, die sie benötigt, um auf die Belastungen der Umwelt reagieren zu können.

* Wer nicht viele Kilogramm Muskelmasse zunehmen will und leicht zu Dehnungsstreifen neigt, kann auf stark dehnende, mit hohem Gewicht ausgeführte Übungen verzichten. D.h. leichtere Gewichte oder Ausweichübungen verwenden.

* Bei verschiedenen Versuchen konnte nachgewiesen werden, das Zinkpräparate ganz wesentlich dazu beitragen, Dehnungsstreifen während einer Schwangerschaft oder bei starkem Massezuwachs zu verhindern. Dies ist tatsächlich eine große Chance für Dich, Dein Hautproblem in den Griff zu kriegen und weiteren Rissen vorzubeugen. Hier ist eine Empfehlung Deines Arztes oder Apothekers sehr viel wert.
Micha.

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Bekommt man von Bodybuilding einen dicken Bauch?

Frage:

Viele großartige Bodybuilder/innen fallen durch aufgeblähte Bäuche auf. Gibt es dafür eine Erklärung?

Trainereinschätzung:

Micha
Im normalen Studioalltag sind dicke Bäuche oft die Ursache von Massephasen, in denen Athleten versuchen, durch sehr viel Nahrungsaufnahme Gewicht und Umfang auch des Darms zuzulegen. Zum einen ist dadurch der Bauch nicht leer, zum anderen setzt durch das “Reinfuttern” natürlich auch Fett an. Naja, und ehrlich gesagt gönnen wir uns ab und zu auch mal was Gutes. Der dicke Bauch ist dann auch ein Zeichen für eine gute, aber eben nicht tolle Form. Oft verbergen sich unter der Fettschicht starke und dicke Muskelmassen, die den Ausser-Saison-Effekt verstärken. Ein dicker Bauch ist daher selten die Folge eines intensiven Trainings, sondern Resultat der Lebensführung.
Bei Bodybuilderinnen, die trotz harter Diät auch auf der Wettkampfbühne neben aufgeblasen wirkenden Muskeln auch diese aufgeblasen wirkenden Bäuche haben, könnte es andere Ursachen geben. Möglicherweise haben Wachstumshormone die inneren Organe und den Darm wachsen lassen. Wachstumshormone sind mit den derzeitigen Dopingtests nicht nachweisbar und werden manchmal als illegale Droge angeboten. Neben der moralischen Frage, die jede/r für sich selbst beantworten muss, ergibt sich damit ein gesundheitliches Risiko. Hobbysportler/innen sollten sich darum nicht an den Freaks messen, sondern ihre Ziele auf weniger gefährliche Art und Weise verfolgen.

Micha.

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